Was beim Privatkauf im Ausland beachtet werden sollte – Teil 1: Zölle

Der nette Beamte vom Zoll hat bei manchen Auslandssendungen auch ein Wörtchen mitzureden

Der nette Beamte vom Zoll hat bei manchen Auslandssendungen auch ein Wörtchen mitzureden

Wann fallen Zölle an und wo müssen diese entrichtet werden? Gibt es Ausnahmen oder werden sämtliche Güter vom Zoll kontrolliert und mit einer Abgabe versehen? Der Zoll ist eine Steuer, die jedoch nicht mit der Einfuhrumsatzsteuer verwechselt werden sollte. Zölle werden durchaus kritisch beäugt, da sie den internationalen Handel behindern und bei Privatbürgern durch die Abgaben zu einem Wohlfahrtsverlust führen. In Diesem Artikel bringen wir ein wenig Licht ins Zöllner-Dunkel und geben Tipps für den privaten Import.

Innerhalb der Europäischen Union müssen keine Steuern gezahlt werden!

Die Grenzen innerhalb der EU sind weitestgehend offen. Die Berufsbezeichnung Zöllner ist seltener geworden und dies erleichtert den Kauf im Ausland. In den folgenden 28 Staaten der EU müssen beim Einkauf derzeit keine Zölle entrichtet werden:

  1. Belgien
  2. Bulgarien
  3. Dänemark
  4. Deutschland
  5. Estland
  6. Finnland
  7. Frankreich
  8. Griechenland
  9. Italien
  10. Irland
  11. Kroatien
  12. Lettland
  13. Litauen
  14. Luxemburg
  15. Malta
  16. Niederlande
  17. Österreich
  18. Polen
  19. Portugal
  20. Rumänien
  21. Schweden
  22. Slowenien
  23. Slowakei
  24. Spanien
  25. Tschechien
  26. Ungarn
  27. Vereinigtes Königreich
  28. Zypern

Wie so häufig gibt es aber keine Regel ohne Ausnahme. Die Insel Helgoland gehört zwar zum Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland, aber nicht zum Zollgebiet der EU. Ähnliche Vorschriften gibt es auch in anderen Ländern für bestimmte Regionen.

Wo fallen Zölle, in welcher Höhe, an?

Nach dem Ausschlussprinzip fallen überall dort Zölle an, wo die Länder des Einkaufes nicht zur Europäischen Union gehören. Aber es fallen nicht grundsätzlich Zölle an. Nachfolgend eine Aufführung der Zollbestimmungen:

  1. Geschenksendungen sind bis zu einem Gegenwert von 45 Euro umsatzsteuer- und zollfrei
  2. Kommerzielle Sendungen sind bis zu einem Gegenwert von 22 Euro umsatzsteuer- und zollfrei

Der Gegenwert entspricht hier jeweils dem exakten Kaufwert der Ware. Die hier genannten Preisspannen müssen weder verzollt werden, noch unterliegen sie der Einfuhrumsatzsteuer. Ausgenommen von der Zollfreiheit sind Tabak, Tabakwaren, Parfüm, Eau de Toilette, sowie alkoholische Getränke und Alkohol.

Bei der Berechnung des Kaufwertes wird eine eventuelle Umsatzsteuer im Ausland eingerechnet. Erfolg der Einkauf eines kommerziellen Produktes für 20 Euro und es fallen 19 Prozent Umsatzsteuer an, so ist die Freigrenze mit 23,80 Euro überschritten und es sind Abgaben zu zahlen (Gleiches gilt für Versandkosten).

Eine weitere Besonderheit liegt hier beim Röstkaffee, kaffeehaltigen Waren und löslichem Kaffee vor, welcher von Einfuhrumsatzsteuer und Zoll befreit, von der Verbrauchssteuerbefreiung jedoch ausgeschlossen ist. Dementsprechend ist Kaffeesteuer zu entrichten.

  1. Kommerzielle Sendungen von 22 Euro bis 150 Euro sind zollfrei

Die Einfuhrumsatzsteuer muss hier entrichtet werden.

  1. Kommerzielle Sendungen ab 150 Euro sind umsatzsteuer- und zollpflichtig

Die Höhe der Zölle zu berechnen, ist wiederum pauschal schwerlich möglich. Aus welchem Land soll eingeführt werden und welches Produkt wird erworben? Für solche Fragen gibt es unzählige Kombinationsmöglichkeiten. Hier geht es am schnellsten direkt beim Zoll nachzufragen.

Kontakt für Privatpersonen vom Zoll

Eine Alternative stellt das englischsprachige Informationsportal dutycalculator dar. Dort können die Länder für Einfuhr und Ausfuhr, ebenso wie das Produkt, die Kategorie und Menge angegeben werden. Zusätzlich werden die Fracht- und Versicherungskosten addiert. Das Programm liefert anschließend eine Übersicht über die Gesamtkosten.

Die hier aufgeführten Regelungen der Zölle, lassen den Schnäppchenjägern einigen Spielraum beim Einkaufen im Ausland.